Grabmal eines Göktürken Herrschers in Kasachstan entdeckt

In Kasachstan wurden ein Grabkomplex (Kurgan) aus der westlichen Göktürk-Zeit und neue Artefakte entdeckt. Unter diesen Gegenständen wurde erstmals in der Geschichte eine Darstellung des Gesichts eines göktürkischen Kagans auf einer Gürtelschnalle gefunden. Der kasachische Archäologe Prof. Dr. Zainolla Samashev, der die Ausgrabungen durchführte und die Funde identifizierte, teilte die Details erstmals dem türkischen Nachrichten Sender TRT Haber mit.

In Kasachstan wurde eine weitere Entdeckung gemacht, die die Geschichte der Türken verändern könnte.

In Ostkasachstan wurden Überreste eines Grabkomplexes (Kurgan) aus der Westlichen Göktürk-Zeit sowie neue Artefakte identifiziert. Während der Ausgrabungen im Jahr 2021 wurden persönliche Gegenstände des Tigin (Prinzen) gefunden, der Mitglied der göktürkischen Linie war und mit der Verwaltung der On-Ok Region im Namen des Kagans von Suyab beauftragt war. Unter diesen Gegenständen wurde erstmals in der Geschichte eine Darstellung eines Herrschers gefunden.

Die strukturelle und formale Ähnlichkeit des Kurgans lässt darauf schließen, dass sie während der Zeit des zweiten Göktürk-Reiches erbaut worden sein könnte.

Die Informationen über die Grabstätte und den Kagan wurden erstmals von Prof. Dr. Zainolla Samashev, einem der führenden Experten auf dem Gebiet der türkischen Archäologie im türkischen Kulturraum, dem TRT Haber mitgeteilt.

Erstmals wurde eine solche Anlage entdeckt.

Prof. Dr. Zainolla Samashev erklärte, dass es sich bei dieser Anlage, die offensichtlich aus der Göktürk Ära stammt, um ein speziellen Ort in der Geschichte der Türkvölker handele, denn es wurde erstmals eine Anlage dieser Art entdeckt:

Natürlich wurde dieser Ort zu Ehren eines der westlichen Göktürk Kagans errichtet. Später entwickelte sich dieser Ort zu einem großen Verehrungszentrum für das Volk, das der Kagan hinterlassen hatte, und hier wurde ein großes Mausoleum errichtet. Ein solches Zentrum sehen wir erstmals am Fuß der Tarbagatai Berge in der Altai Region Kasachstans. Natürlich ist diese Anlage in Bezug auf architektonischen Stil, Bestattungszeremonien, gefundene Artefakte und religiösen Glaubenskultus von großer Bedeutung für die türkische Welt.

Prof. Dr. Samashev, die in der Grabstätte entdeckten Artefakte als die persönlichen Gegenstände der Vertreter bezeichnete, die an der Bestattungszeremonie des Kagans teilgenommen haben. Er erklärte: „Wenn man sich die Göktürk Bestattungsriten ansieht, war es eine Aufgabe, persönliche Gegenstände und Waffen bei dem Verstorbenen zu platzieren. Unter den gefundenen Objekten befand sich eine Gürtelschnalle aus Goldblech.“

Auf dieser Schnalle ist eine Darstellung eines Göktürk Kagans zu sehen, der auf seinem Thron sitzt, eine Krone auf dem Kopf trägt und einen Kelch in der Hand hält. Prof. Dr. Samashev betonte, dass diese gefundene Verzierung ein literarisches Erbe der Türkvölker sei und hob hervor, dass die Darstellung in dieser Hinsicht äußerst wichtig sei.

Das Mausoleum und die Funde weisen Ähnlichkeiten mit anderen Komplexen im Orkhon Tal auf. Insbesondere gibt es deutliche Ähnlichkeiten mit den Grabstätten von Kültigin und Bilge Kagan, aber besonders enge Ähnlichkeiten bestehen mit dem Schiweet Ulan in der Mongolei.

„Das Mausoleum und die Funde weisen Ähnlichkeiten mit anderen Komplexen im Orkhon-Tal auf.“

Samashev betonte, dass der Kurgan und die Gürtelschnalle eines Kagans im Kontext der großen politischen Ereignisse im Westlichen Göktürk Staat äußerst wichtig sind:

„Natürlich rekonstruieren wir in unseren Studien die gesamten Bestattungsriten, die in der Klosteranlage durchgeführt wurden. Das Mausoleum und die Funde weisen Ähnlichkeiten mit anderen Komplexen im Orkhon Tal auf. Diese weisen Ähnlichkeiten mit den Grabstätten von Kültigin und Bilge Kağan auf, aber es gibt besonders enge Ähnlichkeiten mit dem Schiweet Ulan in der Mongolei.“

Dozent Doktor Mehmet Kutlu, der Leiter der Abteilung für Kunstgeschichte an der Yozgat Bozok Universität, gab folgende Informationen über die architektonische Struktur des Göktürk-Klosters:

„Schon vor den Ausgrabungen war aufgrund teilweise erkennbarer Hofmauern und architektonischer Merkmale zu erkennen, dass das Mausoleum aus zwei Hauptteilen besteht. Darüber hinaus befinden sich Dutzende von kleinen und mittelgroßen Grabhügeln in unmittelbarer Nähe oder in der Nähe der Hofmauern, die die Grenzen des Mausoleums festlegen. Es wird vermutet, dass diese Hügel in späteren Perioden als das Mausoleum selbst errichtet wurden und den Respekt und die Liebe für den Besitzer des Mausoleums, sei es den Kagan oder den Yabgu, ausdrücken sollen, sowie die Ausdruck von Verwandtschaft und Nähe zu Personen mit Verwandtschaftsbeziehungen.“

Das Mausoleum besteht aus zwei Hauptteilen, die von zwei separaten Hofmauern umgeben sind, aber es ist zu erkennen, dass die beiden Teile an dem Punkt, an dem sie sich treffen, eine gemeinsame Mauer teilen. Die Begrenzungen des Mausoleums werden durch die aus lehmigem Boden und Kies gemischten Materialien der Hofmauern festgelegt, und es hat ungefähre Maße von 90 x 50,90 Metern.

Dr. Serhan Çınar bewertete: „Das Entstehen des Monumentalkomplexes von Eleke Sazı spiegelt einige ethno-soziokulturelle Prozesse wider, die mit dem Eintritt der alten Türken in die historische Arena in der Mitte Asiens, ihren spirituellen und ideologischen, religiösen und philosophischen Neigungen sowie ihren vielfältigen Kontakten in den kasachischen Steppen verbunden sind.“

Es wurde eine Statue identifiziert, die ein Mitglied der Göktürk Dynastie darstellen könnte

Während der Oberflächenuntersuchungen vor den Ausgrabungen wurde eine Statue identifiziert, die möglicherweise den Altarbereich von Eleke Sazı Grabkomplex repräsentiert und von Prof. Dr. Zainolla Samashev als ein Mitglied der Göktürk Dynastie beschrieben wurde.

Der Kopfteil der genannten Granitstatue, der einen sitzenden Göktürk Kagan oder Yabgu darstellt, wurde während der Grabungen gefunden, und die Statue wurde zur Sicherung im Nationalmuseum von Astana aufbewahrt. Dieser Granitstatue kommt eine herausragende Bedeutung bei der Datierung des Eleke Sazı Mausoleums aus der Göktürk Zeit zu.

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde die Darstellung eines Göktürk Kagans entdeckt.

Unter den Funden sticht besonders eine Gürtelschnalle hervor, von der angenommen wird, dass es sich um zwei verzierte goldene Platten handelt. Auf diesen Platten sind ein Kagan, der auf seinem Thron sitzt, und ihm dienende Hofdamen abgebildet.

Es wurde zum ersten Mal in der Geschichte die Darstellung eines Göktürk Kagans entdeckt. Wie bekannt ist, war das Tragen eines goldenen Gürtels in den alten türkischen Reichen ein Zeichen der Herrschaft.

Dr. Serhan Çınar, anhand der identifizierbaren Bilder sagt aus, dass der Göktürk-Kagan mit langen Haaren dargestellt ist und etwa 30-35 Jahre alt ist:

„In der Komposition der Verzierung wird der Kagan in der traditionellen türkischen Sitzhaltung dargestellt und trägt eine dreieckige Krone, die an eine dreieckige Mütze erinnert. In den Bildern der Gürtelschnalle sind auch der Thron, auf dem der Kagan sitzt, und die Hofdamen, die ihm dienen, deutlich zu sehen. Die Blumen, die den Thron umgeben, werden als Lotusblumen interpretiert, die in der buddhistischen Kunst häufig verwendet werden.“

Prof. Dr. Zainolla Samashev und Dr. Serhan Çınar untersuchen die Gürtelschnalle.

„Die Darstellung der Empfangszeremonien der Gesandten benachbarter Staaten durch die türkischen Kağane“

Prof. Dr. Zainolla Samashev erklärte die Bedeutung der Gürtelschnalle mit der Darstellung des Gesichts des Göktürk Kagans für die Türkische Welt mit folgenden Worten:

„Die Bedeutung dieser Gürtelschnalle liegt darin, dass sie eine Komposition eines Göktürk Herrschers darstellt, der auf dem Thron sitzt und eine Krone auf dem Kopf hat. Obwohl es viele schriftliche Quellen über die Thronbesteigungszeremonien der Göktürken gibt, konnten archäologische Funde bisher nicht nachgewiesen werden. In diesem Sinne liefert uns die Darstellung auf der in Eleke Sazı gefundenen Gürtelschnalle konkrete Beweise darüber, wie Thronzeremonien durchgeführt wurden.“

In der gefundenen Komposition befinden sich Pferdemotive, die nach Osten und Westen schauen, auf der Vorderseite des Thrones, auf dem der Kagan sitzt. Durch diese Gestaltung entsteht eine einzigartige Präsentation zwischen den Steppenreichen.

„Die andere Bedeutung der Komposition liegt darin, dass sie eine Szene darstellt, die zeigt, wie die türkischen Kagane die Gesandten benachbarter Staaten bei Empfangszeremonien empfingen. Auf der Gürtelschnalle knien zwei Personen vor dem Kagan nieder und bieten ihm etwas in Goldschalen an. Solche Zeremonialschalen sind in der türkischen Ethnografie häufig anzutreffen und repräsentieren Angebotszeremonien. Die Darstellung der Zeremonie repräsentiert politische Verträge des Göktürk Kagans mit benachbarten Ländern oder die Übergabe wertvoller Geschenke. Auf diese Weise trägt das Bild der dem Kagan dargebrachten Zeremonie in gewisser Weise die Symbolik der politischen Macht des Herrschers.“

– Prof. Dr. Zainolla Samashev

Ist es möglich, die Darstellung auf der Gürtelschnalle einem bestimmten Göktürk Kagan zuzuordnen?

Prof. Dr. Zaimollo Samashev, die Datierung der Darstellung auf der Gürtelschnalle auf einen Göktürk Kagan aus der späten 8. Jahrhunderts bezieht:

„In den historischen Quellen gibt es Informationen darüber, welche Kagane das Göktürken Reich am Ende des 8. Jahrhunderts regierten. Unsere erste Annahme ist, dass die abgebildeten Figuren auf der Gürtelschnalle möglicherweise einen der Kagane aus dieser Zeit repräsentieren. Unsere zweite Annahme ist, dass die goldene Gürtelschnalle zum Komplex gehört, der dem Kagan von Ötüken oder dem Zentrum des Westlichen Göktürk Khaganates in Suyab untergeordnet ist, und es besteht die Möglichkeit, dass sie dem Sohn des Herrschers als Zeichen der Herrschaft geschenkt wurde.“

Wenn man auch in Betracht zieht, dass diese Gürtelschnalle ein Objekt ist, das zur Ashina-Dynastie gehört, entsteht die Möglichkeit, dass das Bild des Kagans in der Darstellung Bumin oder İstemi Kagan gehören könnte, die die Gründer des Göktürk-Reiches waren.

– Prof. Dr. Zainolla Samashev

„Göktürk-Fürsten krochen auf ihren Knien durch dieses Labyrinth, als sie das Komplex betraten.“

Ein einzigartiges architektonisches Merkmal, das den Eleke Sazı Komplex von ähnlichen Grabmalkomplexen unterscheidet, ist das Labyrinth, das sich im Osten der Plattform, gegenüber dem äußeren Tor befindet.

Prof. Dr. Samashev, der die architektonische Stilistik des Komplexes als eine Innovation für sich betrachtet, betont: „Insbesondere die Existenz des Labyrinths, das den Zugang zum Vorraum ermöglicht, der sich am Eingang des Komplexes befindet, ist das herausragende Merkmal, das den Eleke Sazı Komplex von dem in Shiwet Ulan unterscheidet. Hier krochen die einflussreichen Göktürk Fürsten während der religiösen Zeremonien auf ihren Knien durch dieses Labyrinth, als sie den Komplex betraten. Anschließend gingen sie durch den ständig brennenden Feuerring im Vorraum, reinigten sich von bösen Geistern und betraten den Bereich, wo der Körper des Kagans lag, gereinigt und gesegnet.“

Während der Ausgrabungen wurde festgestellt, dass der Altarbereich pentagonal ist. Hier wurde eine große Steinstatue gefunden, die den Kagan darstellt. Anschließend wurde der Übergang zum Inneren des Grabraums über Treppen ermöglicht. Im Inneren des Komplexes geben ein Feuerplatz für die Kremation, goldene Plattenverzierungen mit Rosenmotiven, Bronze- und Metallzügel, Zeremonienschalen, eine bronzene Leuchter, Pfeilspitzen und ein Schwert wichtige Hinweise auf die kulturelle Lebensweise der Göktürken Ära.

Die Höhe der Labyrinthwände erreichte, wenn man die Breite und die Anzahl der horizontal gestapelten Platten betrachtet, etwa die Taille eines Menschen. Die Breite des Labyrinths war nur für den Durchgang einer Person ausgelegt und schien keine Überdachung oder Decke zu haben.

Prof. Dr. Zainolla Samashev, der auch Ausgrabungen aus der Göktürken Ära in der Mongolei durchführt, erklärte die Bedeutung der Westlichen Göktürken Ära in der Geschichte der Türken wie folgt:

„Nach der Teilung des vereinten Göktürken Kaganats entstand ein Staat in der Region Westtürkistan, der als das Große Türkenkaganat bekannt ist. Dieser politische Zusammenschluss umfasste nicht nur die Steppenstämme, sondern auch sesshafte Gemeinschaften in den Regionen Sogd und Choresm. In dieser Hinsicht war die Westliche Göktürken Ära eine politische Vereinigung, die kulturell und sozioökonomisch sehr reich war. Die Existenz von Münzprägung, die politische Rolle der Khatuns (Herrscherin) und eine bedeutende Vereinigung in der Steppenregion kennzeichnen die Westliche Göktürken Ära.“

Übersetzt aus dem türkischen TRT Haber 

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