Die Hephthaliten

Die Hephtaliten, auch bekannt als Weiße Hunnen, waren eine zentralasiatische Nomadenkultur, die zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert n. Chr. existierte. Sie herrschten über eine große Region, die Teile von Zentralasien, Persien und Nordindien umfasste. Der berühmteste Herrscher der Hephtaliten war wahrscheinlich Mihirakula, der im späten 5. Jahrhundert n. Chr. über Nordindien herrschte.

 Sie waren ein Volk von Nomaden, die Pferdezucht und -handel betrieben und in den Steppen und Wüsten Zentralasiens lebten. Im späten 4. Jahrhundert n. Chr. begannen sie, sich in Richtung Westen zu bewegen und drangen in das Gebiet des Sassanidenreiches (Persien) ein. Sie eroberten Bactria und Sogdiana und errichteten ein mächtiges Reich.

Tonsiegel eines Hephthaliten-Fürsten mit baktrischer Aufschrift „Der Herr (Yabgu) der Hephthaliten“. Ende 5./1. Hälfte 6. Jh. (©: Aman ur Rahman)

Die Hephtaliten waren für ihre Kriegsführung bekannt und hatten eine starke Kavallerie. Sie kämpften oft gegen benachbarte Völker wie die Sassaniden, die Gupta in Indien und die Wei-Dynastie in China. Sie standen auch in Kontakt mit dem Byzantinischen Reich und handelten mit den Römern. Im frühen 6. Jahrhundert n. Chr. wurden die Hephthaliten jedoch vom Türkischen Khaganat besiegt und aufgelöst.

Die archäologischen Funde im Zusammenhang mit den Hephthaliten sind begrenzt, aber die bisherigen Entdeckungen haben viel zur Geschichte und Kultur dieses Volkes beigetragen. Die meisten dieser Funde wurden in Zentralasien gemacht, wo die Hephthaliten ihren Einfluss ausübten.

Zu den wichtigsten Fundstätten gehört das Tal von Khingiloy in Tadschikistan, das als eine wichtige Stadt der Hephthaliten gilt. Dort wurden Überreste von Palästen, Tempeln und Wohnhäusern gefunden, die darauf hinweisen, dass es sich um eine wohlhabende Stadt handelte. Einige der Paläste hatten Ziegelmauern, die mit Stuck und Fresken verziert waren. Die Tempel enthielten Statuen von Buddha und anderen Gottheiten, was auf den Einfluss des Buddhismus auf die Hephthaliten hinweist.

Ein weiterer wichtiger Fundort ist das Tal von Kunduz in Afghanistan, wo Überreste von Festungen, Palästen und Wohnhäusern gefunden wurden. Diese Funde legen nahe, dass die Hephthaliten eine fortschrittliche militärische Technologie und Architektur hatten.

In Usbekistan wurden auch wichtige Funde gemacht, darunter Gräber, die auf die Zeit der Hephthaliten zurückgehen. Diese Gräber enthielten kostbare Objekte wie Goldschmuck und Waffen, die auf den Reichtum und den Einfluss der Elite hinweisen.

Wandmalerei aus der „Tausend Buddha Höhle“ in Kizil

Die archäologischen Funde haben auch zur Entdeckung von Schriftzeugnissen beigetragen, die einen Einblick in die Kultur der Hephthaliten geben. Einige der Funde enthalten Inschriften in einer baktrischen Schrift, die die Hephthaliten verwendeten.

 

Quellen:

  • „The Hephthalites: Archaeological and Historical Analysis“ von Dr. Robert N. Frye
  • „The Cambridge History of Iran, Volume 3“ herausgegeben von Ehsan Yarshater
  • „A History of India“ von Hermann Kulke und Dietmar Rothermund

Titelbild von JFoliveras

 

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